28.10.2014 bis 30.11.2014

Indien

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Montag, 10. November 2014

Longwa im Nagaland

Mit einem jungen Naga machen wir uns auf den Weg von Mon nach Longwa. Longwa ein Dorf der Konyak Naga direkt an der Grenze zu Myanmar. Die Konyak wurden in den 60-iger Jahre von britischen Missionaren christianisiert und gaben danach die Kopfjagd auf. Nagaland ist sehr abglegen und kann erst seit einigen Jahren bereist werden.

Beim Dorf Tungyu halten wir an einem kleinen Markt an der Straße. Noren unserer Fahrer kauft Gemüse für das Mittagessen und wir versuchen von den unterschiedlichen Menschen an der Straße. Die Straße ist etwas besser als gestern und wir erreichen Longwa nach 2 Stunden ca. 50 km. Zuerst müssen wir uns beim Police Checkpoint melden und dann beim Häuptling. Im riesigen mit Palmwedel gedeckten Haus trefffen wir den Häuptling der mit einigen anderen um das Feuer sitzt. Noren drückt mir schnell noch eine Flasche Whisky in die Hand die ich überreiche. Wir dürfen auf einem Plastikstuhl Platz nehmen und dem Treiben am Feuer zu sehen.  Einer der Männer bereitet Opium auf,um es rauchen zu können. Es wird uns Tee angeboten. nur Tee? Nur Dagmar und ich nehmen an. Der Tee wird in einem Bambusrohr, welches halb im Feuer liegt, gekocht. Die Männer scheinen durch Opium und Alkohol benebelt zu sein. Unsere Anwesenheit berührt sie eigentlich nicht. Mit unserem Guidegehen wir durchs Haus, das mehrer Schlafkojoen und einen weiteren Wohnbereich hat.


In die Männerrunde kommt erst Bewegung als wir Aufbrechen. Vor dem Haus wurden Verschieden Gegenstände zum Verkauf angeboten. Einige wirkliche schöne und interesante Artefakte. Wir kaufen eine Opiumwasserpfeife aus Mithunhorn. Mithun sind die Rinder der Naga. Halsketten aus Zähnen, Messinganhänger, Taschen aus Hüftknochen und vieles mehr.


Nachdem der Kauf beendet war, spazieren wir noch durchs Dorf. Im Zentrum steht eine überdimensionale Kirchen und in unmittelbarer Nähe der Morung, das Gemeinschaftshaus mit der riesigen Trommel aus einem ausgehöltem Baumstamm. Bei Festen oder früher als Alarmzeichen wird mit Holzpflöcken auf die Trommel geschlagen, wodurch ein dumpfes Dröhnen weithörbar wird. 


Der Guide arrangiert mir, dass ich noch einen alten Mann mit Gesichtstatoo und Ohrschmuck aus Hörnern fotografieren kann. Wir stören ihn bei der Opiumaufbereitung. Er schmückt, bewaffnet sich und stellt sich vor die Tür. Genau das wollte ich nicht, aber was solls. Erst als ich ihm 150 INR gebe, beginnt er sich herzhaft zu lachen, freut sich  und vergißt den Fotoapparat. Auch er ist vom Opium gezeichnet. 


Wir fahren zurück und halten an einem Fluss, wo Noren uns ein Mittagessen im Druckkochtopf zubereitet. Auf der gedeckten Motorhauben genießen wir die Einladung unseres Fahrers. 

Zurück im Helsa Cottage Waschen und Abendessen auf der Terasse. Dal, Reis, gekochtes Gemüse und Kartoffel gebraten. 

Haus in Longwa direkt in den Hang gebaut mit Blick nach Myanmar



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